Geld, Zins, Marktwirtschaft & Gesellschaft: Zeitgeist Premiere

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Diskussionsveranstaltung

“Es gibt Alternativen. Trauen wir uns, sie zu denken.”

Österreichpremiere, Votivkino, Wien, 20.1.2011

Das Zeitgeist Movement in Österreich lud ins Votivkino zur Österreichpremiere des dritten Teils der Zeitgeist-Serie des in New York ansässigen Regisseurs Peter Joseph: “Zeitgeist – Moving Forward”.  Nach der ausverkauften Vorführung folgte eine Diskussion mit Prof. Franz Hörmann (WU Wien), Christian Felber (Gemeinwohlökonomie, Demokratische Bank), Karin Schönpflug (feministische Ökologin), Franz Nahrada (Soziologe, Vernetzer) und Nicole Lieger (Lehrbeauftragte am Juridicum Wien).  Die Moderation macht Johannes Kaup (Radio Ö1; Psychotherapeut; Sendungen z.B.: Im Zeit-Ton).

Franz Nahrada zeigt  einen wesentlichen  Selbstwiederspruch des Zeitgeist-Movement: Gerade die im Film erwähnte  ressourcenbasierten Wirtschaft wird nicht einer wissenschaftlicher Falsifikation unterworfen. Er weist darauf hin, dass eine wichtige Priorität doch in “Laboratorien für gesellschaftlichen Wandel”  liegen müsse. So sollte man dieses Modell testen, herzeigen, verbessern und korrigieren. Weiters sei die Umsetzung eines einzigen Modells für alle Bewohner der Erde für Nahrada prinzipiell nicht anstrebbar. Der Wunsch der 50er Jahre nach technologischen Wunderstädten sei überholt.

Für Nicole Lieger liegt die Lösung zu einer postitiven Entwicklung in der Vernetzung der Menschen. Denn das Verständnis der eigenen Unvollkommenheiten ist für die Ökologien eine wesentliche Grundannahme. Der Film zeige ihr zu viele fertige Lösungen, die die Menschen nicht mehr beteilige. Die Geschichte zeige ständige Veränderungen, die sie im Film als nicht gewollt ansah. Schönpflug warnt vor einer Utopie, die in den Totalitarismus münden könne.

Christian Felber war schlecht – nicht nur wegen der Überlänge des Films sondern auch wegen der fehlenden Frauen. Er wies auf die einzige Frau unter den teilnehmenden InterviewpartnerInnen hin. Der WU-Lektor und Mitbegründer von Attac Österreich sah eine  “Wiederauferstehung des mechanistischen Denkens unter der Maske der Ideologiefreiheit”.  Ein globales Ressourcenmanagement finde er jedoch eine mögliche und positive Entwicklung. Die fehlende politische Perspektive sei ein “Bärendienst” an anderen Initiativen.

Für Karin Schönpflug war der Film das Gegenteil einer utopischen Vorstellung. Der Film sei teilweise ein Plagiat und die ursprüngliche Botschaft verzerrt. Für sie zeige der Film “technokratische Fantasien”. Die Vorstellung, zusammen eine andere Gesellschaft zu entwerfen, sei absurd und unrealisierbar.

Franz Hörmann, dessen Standard-Interview unter den drei meistgelesensten Online-Artikel 2010 war, gibt Alternativen zum derzeitigen Geld- und Wirtschaftssystem, welche Eigentum nicht mehr belohnen. Alternative Geldsystem stehen der Bevölkerung “auf Knopfdruck” zur Verfügung. Auch im Schulsystem sieht der WU-Professor dringenden Änderungsbedarf.  Er sieht  gewichtige Probleme im Zentralbanksystem und warnt vor dem Crash des Dollars in den den nächsten Monaten als realistisches Szenario. Lediglich die Absprache mit China verzögern den unausweichlichen Absturz.

Nach den Statements der DiskutantInnen hatte das Publikum die Gelegenheit, selbst Fragen an das Podium zu stellen.

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