Westliche Interventionen in die arabische Epochenwende

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Diplomatische Akademie Wien, 16. Oktober 2012

Vortrag:
Moderation:
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Umbrüche brachten unterschiedliche Entwicklungen

Nach beinahe zwei Jahren seit Beginn der Umbrüche in arabischen Ländern ist man mit einer Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungen konfrontiert: die Wahlsiege von Bewegungen des politischen Islams in Tunesien und Ägypten, Reformen von oben in Jordanien und Marokko, ein prekärer institutioneller und ökonomischer (Wieder-)Aufbau in Libyen, der Krieg in Syrien, instabile Machtkompromisse der politischen Eliten im Irak oder etwa eine vermeintliche Stabilität in Saudi Arabien. Die gesellschaftlichen Aufbrüche haben sich zweifelsohne ausdifferenziert und bleiben zugleich überall beständig umkämpft – im eigentlichen Sinn wird die epochale Wende im arabischen Raum von einer Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen bestimmt.

Komplexe Beziehungen zu westlichen Staaten

Es sind genau diese unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und Verlaufsformen, mit denen auch westliche Staaten umzugehen haben und in die sie zugleich auf vielfältigen Ebenen intervenieren. Ökonomische Kooperationen oder etwa Projekte auf zivilgesellschaftlicher Ebene werden dabei zwar als Unterstützung demokratischer Entwicklungen präsentiert, offene militärische Interventionen wie in Libyen oder verdeckte wie gegenwärtig in Syrien führen jedoch auch zur Frage, ob westliche Interventionen nach wie vor von geopolitischen und geoökonomischen Parametern bestimmt sind und nun lediglich flexibler angewandt werden.

Welche Strategie verfolgen westliche Interventionen?

Inwiefern lassen sich also neue strategische Dimensionen westlicher Interventionslogiken in den arabischen Raum jenseits neoliberaler ökonomischer Auflagen und imperialer Gewalt erkennen? Können angesichts der Dynamiken der Umbrüche und Aufstände überhaupt noch kohärente Strategien entwickelt werden? Wie sind die verschiedenen Interventionen mit den jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen im Inneren der einzelnen Länder verknüpft? Welche zukünftigen Entwicklungen müssen erwartet bzw. befürchtet werden?
Weblink:

Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation.

 

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