Christina von Braun: Der Preis des Geldes

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23. November 2012, Oesterreichische Nationalbank, Veranstaltungssaal

Gespräch
Moderation:
  • Eva Pfisterer | Wirtschaftsjournalistin
Begrüßung und Einleitung
  • Martina Neuwirth | VIDC
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Analyse der Geschichte des Geldes

In „Der Preis des Geldes“, ihrer Analyse der Geschichte des Geldes, stellt die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun die Frage in den Mittelpunkt, warum wir an die Macht eines Systems glauben, das kaum jemand mehr versteht. Seit seiner Entstehung hat das Geld einen immer höheren Abstraktionsgrad erreicht: von der Münze über Schuldverschreibungen, vom Papiergeld bis zum elektronischen Geld.

Glaube ans Geld

Inzwischen ist der größte Teil des Geldes Kreditgeld, basierend auf Hoffnung, Glauben, Versprechen. Wenn die Grundlage der Geldwirtschaft der Glaube ist, so wird, wie im Christentum, der Zweifel zum größten Frevel. Nicht umsonst begründen PolitikerInnen und ÖkonomInnen ihre Entscheidungen und Handlungsempfehlungen zunehmend mit der Angst vor einer negativen Reaktion der Märkte. Märkte repräsentieren heute die Macht des Geldes, Zweifel an der Gültigkeit ihrer „Entscheidungen“ führen möglicherweise in die nächste Katastrophe. Die Finanzwirtschaft, so Braun, stehe keinem Fachgebiet so nahe wie der Theologie.

Deckung des Geldes durch den menschlichen Körper

In der Ökonomie gibt es einen breiten Konsens darüber, dass das Geld keiner Deckung bedarf. Christina von Braun vertritt die Gegenthese: Das moderne Geld, das keinen materiellen Gegenwert hat, wird durch den menschlichen Körper ‚gedeckt’. Das erklärt nicht nur die extrem unterschiedlichen Einkommensverhältnisse im Finanzkapitalismus, sondern auch die Monetarisierung des menschlichen Körpers, etwa im Söldnerwesen, in der Prostitution, dem Organhandel oder der Reproduktionsmedizin. Die moderne Beglaubigung des Geldes ist schon in seinem Ursprung angelegt und fand in der christlichen Religion den idealen kulturellen Nährboden.
Christina von Braun beschreibt nicht nur negative Seiten des Geldes. Für sie hängen soziale Gerechtigkeit, Glaube ans Geld und Glaube an die Gemeinschaft eng miteinander zusammen. Mit Geld könne auch in einer Weise gearbeitet werden, die nicht die heutige große Schere zwischen Arm und Reich produziert.
Weblink:

Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation.

 

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